Warum deine Seifenmühle aus upgecycelten Fischernetzen gefertigt wird


Unser aller Leben ist zurzeit vor allem durch die Corona-Pandemie geprägt. Nach dem Ende dieser Krise, welches wir so sehr herbeisehnen, wird sich zeigen, dass auch die anderen globalen Krisen kein Halt gemacht haben. Weiter geht der Kampf gegen die Klimakrise, Artensterben, Hungersnöte usw.

Auch die Verschmutzung und Ausbeutung der Meere ist ungebremst vorangeschritten. Schon heute schwimmen unglaubliche 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Ozeanen1. Und jede Minute kommt eine weitere LKW-Ladung Plastikmüll hinzu.2 Alleine die Müllansammlung in den Meeresströmungen des Nordpazifik (der „Great Pacific Garbage Patch“) misst mittlerweile 1,6 Millionen Quadratkilometer.3 Es wird angenommen das moderne Kunststoffverbindungen bis zu 600 Jahre in der Meeresumwelt verbleiben.4 Anstatt zu verrotten, zerfällt das Plastik durch Seegang und Sonnenstrahlung in kleinere Partikel und Mikroplastik.5 Klein genug zerfallen, werden diese Kunststoffpartikel mitsamt den in ihnen enthaltenen Giftstoffen von Meerestieren aufgenommen. Die Stoffe werden so auch an deren Nachkömmlinge und entlang der Nahrungskette weitergegeben.4

Einwegplastik wie etwa Strohhalme, welche 0,03% allem Plastik in den Ozean ausmachen6, sind dabei nur die halbe Wahrheit. Alleine 46% des pazifischen Müllteppichs besteht aus Fischernetzen und anderer Fischereiausrüstung.7 Jeden Tag werden genug Langleinen ausgebracht, um die Erde 500x zu umwickeln.8 Eine Studie aus von 2019 schätzt, dass jedes Jahr etwa 6% aller Fischernetze verloren gehen oder absichtlich im Meer entsorgt werden.9

Diese Geisternetze machen über Monate, Jahre und Jahrzehnte weiter, für was sie geschaffen wurden. Sie fangen und töten weiter Meerestiere aller Art, wobei sich auch größere Raubfische und Aasfresser in den Netzen verfangen und in diesen verenden.10 Nach einer Studie aus 2016 haben 45% der Tierarten, welche auf der Roten Liste der IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur) stehen, Kontakt zu Meeresplastik, inklusive Geisternetzen.11

Fischernetze Mylly MEERKORN

Neben den Vorteilen einer Seifenmühle und dem Spaß an euren Mühlen, möchten wir euch vor allem auch eine Möglichkeit geben, etwas gegen die steigende Plastikflut zu unternehmen. Plastik ist ein unglaublich vielseitiger und nützlicher Rohstoff. Für die heute massenweise produzierten Einwegverpackungen und -behältnissen ist Plastik jedoch nicht zu gebrauchen. Mit immer wieder nachfüllbaren Seifenmühlen sagen wir Einwegplastik und mit unseren Naturseifen Mikroplastik den Kampf an.

Mit der Entscheidung unsere Mühlen ausschließlich aus upgecycelten Fischernetzen zu fertigen, verhindern wir nicht nur, dass neues Plastik für unsere Produkte hergestellt werden muss, sondern möchten dem Plastik auch nach seinem ersten Leben einen Wert geben. Dem Gedanken der Circular-Economy (Kreislaufwirtschaft) folgend, soll das ausgemusterte, verlorengegangene oder geborgene Fischernetz so immer noch ein Rohstoff sein, schlicht zu schade um im Meer zu schwimmen.

Zu guter Letzt möchten wir mit unseren Seifenmühlen aus Fischernetzen auch auf den Zustand unserer Meere aufmerksam machen. Wir möchten Alternativen aufzeigen, den Wandel vorleben und durch unsere Vorreiterrolle den Weg in eine nachhaltige Zukunft ebenen.

 

Wir alle kennen den Aufruf weniger Einwegplastik zu verwenden, hinter uns aufzuräumen, kein Plastik in die Natur zu werfen. Und offensichtlich gehen wir hier diesen Weg schon gemeinsam. Beschäftigt man sich intensiver mit dem Themen Meeresplastik und dem Artensterben in unseren Ozeanen, kommt man zu dem Schluss, dass wir das Problem jedoch nur lösen können, wenn wir die Ozeane schlicht so gut es geht in Ruhe lassen. Das bedeutet auch, Fisch von der Speisekarte zu streichen oder viel bewusster und sorgfältiger zu entscheiden, welcher Fisch auf dem Teller landen soll.

Auch wenn die Siegel und Kennzeichnungen meiste keine belastbaren Quellen darstellen, gibt es doch für eine Entscheidungsgrundlage viele nützliche Tools und Apps. Für einen gesunden, bequemen und nachhaltigen Lebensstil ist eine pflanzenbasierte Ernährung jedoch die bessere Wahl.

 

 
Quellen

 (1) There is over 150 Million tons of plastic already floating in the sea https://news.stanford.edu/2018/09/18/last-straw-path-reducing-plastic-pollution/; https://oceanconservancy.org/trash-free-seas/plastics-in-the-ocean/ 

(2)The equivalent of garbage truck load of plastic is dumped in the sea every single minute http://www3.weforum.org/docs/WEF_The_New_Plastics_Economy.pdf; https://www.cnbc.com/2018/09/07/where-did-the-trash-in-the-great-pacific-garbage-patch-come-from.html; https://www.scmp.com/news/asia/east-asia/article/2149381/garbage-truck-sea-every-minute-every-day-can-plastic-loving-asia 

(3) Pacific garbage patch is 1.6 million sq km https://theoceancleanup.com/great-pacific-garbage-patch/; https://www.nature.com/articles/s41598-018-22939-w 

(4) Once plastic fishing gear breaks down into smaller sizes it continues to pose the same problems as marine plastic pollution generally, including being ingested by animals and fed to their young. Modern plastics are thought to last up to 600 years in the marine environment, Macfadyen G, Huntington T, Cappell R (2009). Abandoned, lost or otherwise discarded fishing gear. UNEP Regional Seas Reports and Studies, No.185; FAO Fisheries and Aquaculture Technical Paper No. 523. United Nations Environment Programme (UNEP) / Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), Rome. http://www.fao.org/3/i0620e/i0620e00.htm 

(5) Plastic breaks down into smaller pieces known as microplastics, which outnumber the stars in the milky way by 500x https://news.un.org/en/story/2017/02/552052-turn-tide-plastic-urges-un-microplastics-seas-now-outnumber-stars-our-galaxy; https://www.ecowatch.com/microplastics-world-ocean-summit-2282357538.html 

(6) Ocean plastic coming from straws is 0.03% of all plastic in the ocean https://phys.org/news/2018-04-science-amount-straws-plastic-pollution.html; https://jambeck.engr.uga.edu/landplasticinput; https://www.nationalgeographic.com/environment/2018/07/news-plastic-drinking-straw-history-ban/ 

(7) 46% of the pacific garbage patch is fishing nets https://theoceancleanup.com/great-pacific-garbage-patch/; https://www.theguardian.com/environment/2019/nov/06/dumped-fishing-gear-is-biggest-plastic-polluter-in-ocean-finds-report#:~:text=A%20recent%20study%20of%20the,which%2086%25%20was%20fishing%20nets.; https://www.nature.com/articles/s41598-018-22939-w.pdf, https://hillnotes.ca/2020/01/30/ghost-fishing-gear-a-major-source-of-marine-plastic-
pollution/#:~:text=Ghost%20fishing%20gear%20is%20estimated,
significant%20impacts%20on%20marine%20life
.

(8) There is enough long line set every day to wrap the planet 500x http://www.marineornithology.org/PDF/41_1/41_1_83-84.pdf; https://www.theguardian.com/commentisfree/2013/feb/10/stop-plunder-of-the-high-seas 

(9) A 2019 study estimated that about 6% of all nets are lost annually around the world – 5.8% for gillnets and entangling nets; 1.2% for miscellaneous nets (includes mostly dip nets as well as unidentified and reef nets); 6.6% for purse seine net fragments; 2.3% for seine net fragments; and 12% for trawl net fragments. Richardson K, Hardesty BD, Wilcox C (2019). Estimates of fishing gear loss rates at a global scale: A literature review and meta-analysis. Fish and Fisheries; 00:1–14. https://doi.org/10.1111/faf.12407 

(10) However, ghost gear may continue to catch both commercial and nontarget species for many months, years or even decades after it is lost or discarded. Snared fishes starve to death or are picked off by predators. Dead animals attract scavengers, some of which also get caught, providing a constant source of ‘bait’ for the ghost gear. In addition, ghost gear structures can themselves act as aggregating devices, increasing local abundance and further contributing to their catches. Gilman E (2015). Status of international monitoring and management of abandoned, lost and discarded fishing gear and ghost fishing. Marine Policy; 60: 225–39. 

(11) A 2016 study of marine plastic impacts on wildlife found that 45% of species listed on the IUCN red list of threatened species had been reported to have interactions with marine plastics, including ingestion or entanglement in ghost gear. Werner S, Budziak A, van Franeker J, Galgani F, Hanke G, Maes T, Matiddi M, Nilsson P, Oosterbaan L, Priestland E, Thompson R, Veiga J and Vlachogianni T (2016). Harm caused by marine litter. JRC Technical report; EUR 28317 EN; doi:10.2788/690366